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Profil

Das Schlachthaus Theater Bern ist ein Koproduktions- und Gastspielhaus für freies Theater und Performance in der Schweiz - mit Ausstrahlung weit über die Landesgrenzen hinaus. Mitten in der Altstadt können bei uns zeitgenössische Produktionen mit aktuellen, gesellschaftskritischen und politischen Themen aus nächster Nähe erlebt werden. 

In den historischen Mauern des Gebäudes aus dem 15. Jahrhundert machen pro Saison über 40 freie Gruppen aus Bern, der Schweiz und der ganzen Welt halt und zeigen Produktionen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Ein Grossteil der Stücke spielt auf Deutsch, es werden aber auch regelmässig Stücke auf Schweizerdeutsch, Englisch oder in anderen Sprachen gezeigt.

Der Saal sowie die beiden typischen Berner Gewölbekeller verleihen mit ihrem Flair den gezeigten Stücken eine spezielle Note. Hier sind sich Publikum und Künstler*innen nicht nur während der Vorstellung nah, sondern es findet auch danach an der Bar und im Foyer ein ungezwungener Austausch statt.

Nebst dem Abendspielplan und dem Programm für das junge Publikum betreiben wir einen Jugendclub und einen Kinderclub, die von erfahrenen Theaterpädagog*innen geleitet werden und einmal pro Jahr ihre Arbeiten öffentlich präsentieren.

Programmation

Das Schlachthaus Theater koproduziert und zeigt zeitgenössische Theaterstoffe und -formen von professionellen Gruppen aus der freien Szene der Schweiz und dem Ausland.

Amateur*innen- und Laientheaterprojekte können im Programm nicht berücksichtigt werden.

Anfragen

Das Schlachthaus Theater erhält sehr viele Anfragen für Koproduktionen und Gastspiele aus dem In- und Ausland. Die Programmverantwortlichen sind bemüht, alle zu sichten. Leider ist es uns aus Zeitgründen nicht möglich, Absagen ausführlich zu begründen. Wir behalten uns vor, mit Projekten, die für uns in Frage kommen, direkt in Kontakt zu treten.

Im Frühjahr 2022 befindet sich das Schlachthaus Theater Bern in einem Übergang. Das Bühnenprogramm für die Saison 2022/23 wurde zum Teil noch von der aktuellen Theaterleitung und Programmgruppe geplant und aufgegleist.

Lisa Fix, Ute Sengebusch und Maria Spanring, die gemeinsam ab August 2022 die Theaterleitung des Schlachthaus Theaters übernehmen, sind für alle weiteren Programmanfragen ab sofort unter der Emailadresse programm@schlachthaus.ch zu erreichen.


(Info vom Februar 2022)

Schlachthaus Theater mieten?

Das Schlachthaus Theater kann nicht als Spielstätte gemietet werden. Raumvermietungen für Seminare o.ä. sind aufgrund der meist besetzten Räumlichkeiten (Vorstellungen, Proben) selten möglich.

Transparenz

Bern, im September 2020

Wir – der Vorstand, die Theaterleitung und das Team vom Schlachthaus Theater – sind überzeugt davon, dass Kulturbetriebe, in denen künstlerische Arbeit (die wir als gesellschaftlich notwendige Arbeit begreifen) kreiert und gezeigt wird, gesamtgesellschaftlich Vorbild und kritischer Spiegel sein dürfen, sollen, wenn nicht müssen.
Nach dem Schweizer Frauenstreik vom 14. Juni 2019 haben wir diskutiert, was Transparenz bedeutet. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Sichtbarmachung der Lohnstruktur am Schlachthaus Theater Bern für Prozesse von Gerechtigkeit und Gleichstellung von Werktätigen hilfreich ist. Darüber hinaus macht sie die Rahmenbedingungen klar, unter denen gearbeitet wird.
Es hat eine Weile gedauert. Aber hier ist sie nun, die Einsicht in die Personal- und Lohnstruktur am Schlachthaus Theater Bern. Wir freuen uns, wenn möglichst viele weitere Betriebe denselben Schritt gehen.

Löhne der Festangestellten

Die Löhne der Festangestellten vom Schlachthaus Theater berechnen sich nach Lohnklassen, Lebensalter, Dienstalter, Anzahl von Kindern und den Leitungsaufgaben. Es gibt keine Lohnkürzungen oder Lohnerhöhungen aufgrund von Leistungsbeurteilungen.

Das Schlachthaus Theater kennt drei Lohnklassen.

Lohnklasse 1 = Bereichs-Mitarbeit: CHF 55‘000.-
Lohnklasse 2 = Bereichsleitung: CHF 62‘000.-,
Lohnklasse 3 = Theaterleitung: CHF 73‘500.-.

Auszubildende werden nach den branchenüblichen Ausbildungslöhnen gezahlt.
Unser*e Praktikant*in (Kommunikation) verdient bei einem 10 Monats-Vertrag für ein Pensum von 40% total CHF 8’000.-

Im Detail setzen sich die Löhne der Festangestellten folgendermassen zusammen:
Ab dem 21. Altersjahr gibt es für alle Lohnklassen eine Lebensalter-Zulage, die sich jährlich von CHF 800.- bis maximal CHF 13‘000.- steigert.
Ab dem zweiten und bis zum vierten Dienstjahr wird eine Dienstalter-Zulage ausbezahlt. (CHF 1‘900.- im zweiten Jahr der Anstellung, plus CHF 1‘700.- im dritten, plus CHF 1‘400.- im vierten).
Das Schlachthaus Theater zahlt pro Kind eine Sozialzulage von Fr. 200.- bei einem Pensum von 100%. Für Leitungsaufgaben gibt es zusätzliche Verantwortungszulagen (bis zu CHF 5'000.- bei Bereichsleitung bzw. bis zu CHF 10'000.- bei Theaterleitung)

Antirassistischer Leitfaden des Schlachthaus Theater Bern

Ziel: Das SHT soll ein rassismusarmer Betrieb werden! Zu diesem Zwecke wurde dieses Leitbild verfasst und wird mindestens zweimal im Jahr vom aktuellen Team sowie Vorstand auf seine Praxis hin überprüft.

Dieses Leitbild dient dem Zweck der Orientierung und ist nicht abschliessend. Zudem darf es nicht losgelöst von anderen Diskriminierungsformen und Diskursen über soziale Gerechtigkeit gelesen werden.

Wenn in diesem Leitfaden „Wir“ steht, ist die Gesamtheit der SHT-Mitarbeitenden und der SHT-Vorstand gemeint – mit der Intention, dass sich die Künstler*innen und das Publikum ebenfalls mit den Inhalten des Leitfadens auseinandersetzen und solidarisieren.

Werte

1. Wir arbeiten daran, ein Raum für Menschenrechtswahrung zu sein. Rassistisches Verhalten ist strafbar und verstösst gegen Menschenrechte. Mit diesem Leitfaden erinnern wir daran.
2. Wir versuchen am Wandel zur antirassistischen Gesellschaft aktiv mitzuwirken.
3. Wir bemühen uns, die rassismuskritische Auseinandersetzung so zu führen, dass sie für Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zugänglich bleibt. Wir benutzen eine Sprache, die alle verstehen.
4. Wir arbeiten daran, ein diskriminierungskritischer Ort zu sein.
5. Das Handeln des Betriebs und des SHT-Teams orientiert sich an Fragen der sozialen Gerechtigkeit.
Beispiele:
- Das Programm und das Kontext-Programm werden diesen Werten entsprechend, kritisch und kontinuierlich auf eine antirassistische Haltung hin überprüft.
- Wir besuchen regelmässig antirassistische Schulungen/Weiterbildungen.

Willkommenskultur

1. Die Zugänglichkeit wird bei uns durch eine offene Willkommenskultur geschaffen.
Beispiel: Alle Menschen werden gleichbehandelt. Besondere Aufmerksamkeit legen wir dabei darauf, eigene Mikro-Aggressionen wahrzunehmen und diese zu unterlassen.
2. Wir versuchen das Theater zu einem Ort der Repräsentation zu machen.
Beispiel: BIPoC sind sowohl im Team als auch auf der Bühne vertreten. Wer sich repräsentiert fühlt, kommt gerne ins SHT.
3. Wir bemühen uns, starke Allies zu sein.
Beispiel: Wenn eine Rassismuserfahrung im SHT beobachtet oder gemacht wird, soll sie beim Abenddienst oder als Nachricht ans SHT gemeldet werden (z.B. per Mail an info@schlachthaus.ch oder telefonisch 031 312 96 47). Es wird direkt vor Ort reagiert und in der nächsten Team-Sitzung transparent und offen darüber gesprochen.
4. Wir nehmen die Verantwortung ernst, Grenzüberschreitungen sowie Mikro-Aggressionen nicht zu reproduzieren, sondern darauf zu achten und nicht zu dulden.
Beispiel: Wir ziehen uns gegenseitig zur Rechenschaft bei Mikro-Aggressionen und bei der Reproduktion von Stereotypen. Das Gleiche machen wir auch im Umgang mit Künstler*innen sowie dem Publikum und fordern es auch von ihnen ein.

Betriebskultur

1. Wir sind in einem konstanten Prozess, unsere eigenen Privilegien zu reflektieren.
Beispiel: Wir sind uns dessen bewusst, dass wir nicht alle die gleichen Erfahrungen gemacht haben und machen. Wir reflektieren unsere eigenen internen, aber auch individuellen Machtpositionen. (U.a. anhand der Liste aus dem „Exit Racism“ von Tupoka Ogette.)
2. Wir achten bei Stellenbesetzungen darauf, dass von Rassismus betroffene Menschen im Team vertreten sind.
3. Für einen respektvollen Umgang pflegen wir eine sensible Sprache und empathisches Handeln.
Beispiel: https://www.verein-diversum.ch...
4. Wir stehen für eine offene Gesprächskultur und ermutigen zum Austausch sowie kritischem Hinterfragen von Programm und bestehenden Strukturen.
Beispiel: Wir ermutigen das Publikum und die Künstler*innen, uns Feedback und Anregungen im Rahmen unserer rassismuskritischen Arbeit zu geben. (z.B. per Mail an info@schlachthaus.ch oder telefonisch 031 312 96 47)

Wir stehen in einem Prozess zu einem rassismusarmen Betrieb. Bei dieser Arbeit pflegen wir eine Fehlerkultur, reflektieren konstant unsere Arbeit, hinterfragen die eigenen Normen und Werte, nehmen Feedback ernst und entwickeln uns weiter.

Wir sind geduldig, hartnäckig, haben Ausdauer und appellieren an DEINE Eigenverantwortung!

Dieser Leitfaden wurde von Mitarbeitenden und Vorstandsmitgliedern gemeinsam erarbeitet, ins Französische und Englische übersetzt sowie am 5. Mai 2022 von den Anwesenden unterzeichnet (s. angefügte PDFs).